St. Kastor

  • Geschichte

kastor_suedDieses geschichtsträchtige Gotteshaus ist ein hervorragendes Beispiel romanischer Baukunst am Mittelrhein. Es bildete im frühen und hohen Mittelalter das kulturelle und religiöse Zentrum von Koblenz, obwohl die Kirche bis Ende des 13. Jahrhunderts noch vor den Toren der Stadt lag. Ihre heutige Gestalt verdankt sie den Baumaßnahmen des 12. Jahrhunderts.
Der Gründungsbau ist in geringen Teilen im heutigen Bau enthalten. Er wurde 836 durch Erzbischof Hetti geweiht, nach dem ein Tag zuvor die Gebeine des Heiligen Kastor von Karden an der Mosel in die Kirche gekommen waren.
Der Heilige Kastor unser Schutzpatron, kam in der Zeit des Trierer Bischofs Maximin (329-346) aus seiner Heimat Aquitanien, dem heutigen Südfrankreich, nach Trier und wurde vom Bischof als Seelsorger und Glaubensbote nach Karden an der Mosel gesandt, wo er schon bald nach seinem Tod als Heiliger verehrt wurde.
Mit dem Heiligen Kastor wird auch die Selige Rizza besonders verehrt und um Fürsprache angerufen, der Legende nach eine Tochter Ludwig des Frommen, die nach einer Überlieferung auf der anderen Rheinseite lebte und in der Kastorkirche betete und die Gottesdienste mitfeierte.
Jüngere archäologische Grabungen in der Zeit der Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten in den Jahren 1979-1990 förderten Vorgängerbauten zutage, die von einer Jahrhunderte alten kirchlichen Tradition an diesem Platz, lange vor der Weihe des Gotteshauses im Jahre 836 zeugen. St. Kastor entwickelte sich zu einer reichen Stiftskirche , die in der Zeit der französischen Revolution im Jahre 1802 aufgehoben wurde und von diesem Zeitpunkt an bis heute als Pfarrkirche dient.
Im Jahre 1991 erhob Papst Johannes Paul II. unsere Kirche in den Rang einer Basilika Minor. Damit sollte dieser über 1 100 Jahre alte Ort der Gottesverehrung und Begegnung der Menschen mit Gott auch für die heutige Zeit zu einem „Zelt Gottes unter den Menschen“ werden.
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  • Historie Kastor_historie
836  Gründung eines dem hl. Kastor geweihten Klerikerstifts, ein einfacher Saalbau mit rechteckigem Chorabschluss
842 Am 19. November beraten Söhne Kaiser Ludwigs in der Kirche über die Reichsteilung, durch den Vertrag von Verdun vollzogen
vor 900  Anbau des Querhauses mit halbkreisförmiger Apsis und einer Außenkrypta
vor 1100 Anfügung der beiden Seitenschiffe
1138  Konrad III. wird zum König gewählt. Nach dem Erlöschen des salischen Königsstammes ist er der erste Staufer
1160 Neubau des Chorhauses mit den beiden Osttürmen
1200  Neubau des Langhauses. Unter Einhaltung des Grundrisses auf heutige Höhe und Weite. Erneute Weihe 27. Juli 1208
1230  Abschnittweiser Aufbau des Westbaus mit beiden großen Westtürmen
1499 Einwölbung des Langhauses mit einem spätgotischen Sternengewölbe
1673 Errichtung einer neuen Sakristei
1803 Aufhebung des Stifts. Anschließend werden die Stiftsgebäude abgerissen
1890 Entfernung des Außenputzes und Herstellung der heute noch vorhandenen Steinsichtigkeit
1894 Neubau des südlichen Seitenschiffs
1944 Bei einem Bombenangriff auf Koblenz am 6. November wird die Kirche schwer beschädigt
1946 bis zum Jahre 1954 werden die Kriegsschäden beseitigt
1978 – 2003 werden Grundlegende statische Sicherungen und Restaurierungen innen und außen am Bauwerk durchgeführt

 

  • Literatur für Interessierte   
MICHEL, Fritz -Die kirchlichen Denkmäler der Stadt Koblenz-
LIESSEM,Udo
ERBEN Karlheinz
-200 Jahre Restaurierung“ Koblenz o. J. (1984)-
Kath. Kirchengemeinde St. Kastor -Grabplatten aus Koblenz St. Kastor-
Kath. Kirchengemeinde St. Kastor -Basilika St. Kastor- Festschrift aus Anlass der Erhebung (1991)
STANZL, Günther -St. Kastor in Koblenz- Ausgrabungen und Bauuntersuchungen (1998)
GOLDMANN, Bernd -St. Kastor in Koblenz- Verfassung und Sozialgeschichte des Stiftes.
ERBEN, Karlheinz -Basilika St. Kastor – 25 Jahre Restaurierung- (2004)

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